Zu beginn des 19. Jahrhunderts ist Beerfelde ein Dorf mit Amtsverwaltung und besitzt 36 Feuerstellen.

1864 Das Dorf bestand aus zwei Vorwerken, dem Gut, einer Schäferei, zwei ausgebauten Wirtschaften und umfasst 42 Wohn- , und 2 gewerbliche und 79 steuerfreie Gebäude. Das Gut bestand wiederum aus 6 Wohn- und 14 steuerfreien Gebäuden.
1895 In der Fürstenwalder Zeitung erschien eine Bekanntmachung. "Wegen Pflasterung ist der Weg von Beerfelde nach Schönfelde in der Zeit vom 27.Mai bis 15.Juni gesperrt, und kann der Feldweg von Ausbau Ziedler bis zur Schäferei benutzt werden". Beerfelde den 24.Mai 1895. Der Gemeindevorstand. Zimmermann.
1900 Beerfelde umfasste 46 Häuser und das Gut 8 Häuser.
1904 Am 5.Mai können wir in der Fürstenwilder Zeitung folgendes lesen: "Verlobt  hat sich der Leutnant im hiesigen Ulanen - Regiment Gustav von Beerfelde, ältester Sohn des verstorbenen Majors a.D. und Majoratherrn Georg von Beerfelde auf Schloß Sommerfeld, mit Fräulein Irmgard von Boehn, jüngste Tochter des Generalmajors und Kommandos der 9. Infanterie Brigade Max von Boehn." Es wurden Viehzählungen zur Prüfung der Fleischversorgung angeordnet. Die Lehrer der Orte wurden für die gewissenhafte Ausführung beauftragt, so fiel der Unterricht an diesen Tagen aus. Am 1.November wurde in Berlin  ein großes Kaufhaus eröffnet. Das "Wertheim" wurde Vorbild für ähnliche Projekte in ganz Europa.
1907 Der Lehrer Richard Schirrmann begründete am 20.August das deutsche Jugendherbergesystem.Vom 1.Oktober an erhielten alle Kraftfahrzeuge in Deutschland ein amtliches Kennzeichen und eine Nummer.
1911 Im August stöhnten die Menschen über den bisher heißesten Sommer des Jahrhunderts. Das preußische Kulturministerium ordnete aufgrund der über 35 Grad für alle Schüler Hitzefrei an. Hitze und Trockenheit führten bei Kartoffeln und Zuckerrüben zu Einbußen von 25 bis 40 Prozent. Bei der Heu- und Futtermittelernte sprach man sogar von einer Katastrophe.
1912 Am 24.Mai beschließt der Reichstag das Rüstungsprogramm mit dem Bau von 41 Schlachtschiffen- und Kreuzern.
1913 Die Friedensstärke der Armee wurde am 03.Juni um 150.000 Mann erhöht. Am 10.April kehrte der Winter zurück und zerstörte die gesamte Obsternte in Deutschland.
1914 Am 31.Juli lässt Kaiser Wilhelm II. den Zustand der drohenden Kriegsgefahr  verkünden und erlässt den Kriegszustand für Deutschland. Am 1.August beginnt der 1.Weltkrieg mit dem ersten Mobilmachungstag in Deutschland und Frankreich. Die Kriegserklärung des Deutschen Reiches erfolgte an Russland. Die Soldaten, darunter viele Freiwillige, zogen begeistert in den Krieg. sie gingen davon aus, dass sie für eine gute und gerechte Sache kämpften. Fronterfolge wurde in der Schule feierlich gewürdigt.
1914 Im Güter- Adressbuch für die Provinz Brandenburg wurde Beerfelde mit dem Gut Beerfelde aufgeführt.
Eigentümer: Handelsgesellschaft "Eigene Scholle" in Frankfurt/Oder,
Pächter: Carl Thielebein,
Grundsteuer- Reinertrag M  5636, Summe Größe in Hektaren abgerundet 439 Hektar, Acker inkl. Gärten 322 Hektar, Acker inkl. Gärten 322 Hektar, Wiesen 62,3  Hektar, Holzungen 37,5  Hektar, Umland Hofräume, Wege usw. 3 Hektar, Wasser 4 Hektar, Pferde 30 Stück, Rindvieh 45 Stück, Schweine 22 Stück.
1915 Am 15.März wurden Brotkarten in Deutschland eingeführt. Die Fleisch und Kartoffelpreise stiegen. Dienstag, Freitag und Samstag wurde kein Schweinefleisch verkauft. Die Industrie und die Landwirtschaft war nicht auf einen langen Krieg eingestellt. Es wurden immer mehr Männer zum Kriegsdienst eingezogen. In jener Zeit arbeiteten die Frauen für ihre Männer mit.
1916  Fleisch und Wurst gab es im März nur gegen Karten 800g für 1 Person. Ende Juli wurden Butter-, Zucker-, sowie Speisefett- und Seifenkarten eingeführt. Nach der schlechten Ernte, folgte ein harter Winter und viele Kartoffeln erfroren. Anstelle von Kartoffeln traten Steck- und Kohlrüben (Futtermittel). Sie wurden zum Strecken des Brotteigs und in gemahlener und gebrannter Form als Ersatz für Kaffee verwendet. Am 1.Mai wurde im Deutschen Reich erstmals die Sommerzeit eingeführt.
1917 Um notwendige Rohstoffe zu erhalten, wurden im Zuge der "Metallmobilisierung" kupferne Einrichtungen von Brennereien, Kirchenglocken, Denkmäler. Fenstergriffen, Türklinken eingeschmolzen. So wurde auch die Glocke der Kirche von Beerfelde ein Kriegsopfer.
1918 Am 10.November dankte Kaiser Wilhelm II. ab und flüchtete in die Niederlanden. Einen Tag später wurde der Waffenstillstand zwischen den kriegsführenden Mächten im französischen Compiegne geschlossen. Dieser Raubkrieg kostete über 10 Millionen Menschen das Leben. Mehr als 20 Millionen wurden verwundet, verkrüppelt, starben an Hunger und Seuchen. Auf 732 Milliarden Mark direkte und 606 Milliarden indirekte Kosten wurden die Ausgaben für den Krieg geschätzt, an dem wenige Dutzend Monopole eine Unmenge verdienten, in dem die Völker Europas aber Entbehrungen und Opfer auf sich nehmen mussten. Auf Grund bisheriger Nachforschungen ist durch mündliche Informationen übermittelt, dass auch in Beerfelde Kriegsopfer zu beklagen waren.
1919 Am 8.Oktober wurden in Beerfelde lt. der Volkszählung 353 Einwohner und eine Fläche von 940 ha notiert. Am 3.Juli wurde von der Nationalversammlung die Schwarz-Rot-Gold, die Revolutionsfarben von 1848, zur Flagge des Deutschen Reiches erklärt. Am 10.August wurden die ersten deutschen Kriegsgefangenen aus englischer Haft entlassen.
1920 Das Deutsche Reich musste Kriegschulden und Reparationen zahlen. Daher fehlten Mittel für den Aufbau, für die Saat der Bauern, den Wohnungsbau usw. Viele Städter kamen nach Beerfelde. Aus Fürstenwalde, ja sogar aus Berlin kamen die Leute, um irgendwie Lebensmittel zu ergattern. Der Acker musste bestellt werden. Frau Elisabeth Puhlmann erzählte uns ihre Erinnerungen, die sie als Kind von der schweren Zeit hatte. Die Erlebnisse wurden von Generation zu Generation weitergegeben. ihre Eltern lebten seit 1912 auf einem Bauernhof in Beerfelde. Der Dreiseitenhof war typisch für unsere Region. Sie wurde zur Sparsamkeit erzogen. So durfte nicht gleichzeitig Butter und Sirup aufs Brot gestrichen werden. Die Kinder sammelten Eicheln, um daraus Ersatzkaffee herzustellen. Die Dorfbewohner trugen für gewöhnlich Holzpantinen. Die Socken waren oft gestopft. Nur am Sonntag wurde zum Gang in die Kirche trugen sie Schuhe. Auf dem Heimweg wurden sie geschont und in den Händen getragen, so konnten sie auch besser rennen. Die Dorfbewohner besuchten auch an den Feiertagen die Kirche, die damals drei Reihen Sitzbänke hatte. Jeder im Dorf hatte sich an die Sitzordnung zu halten. Jede Wirtschaft hatte einen großen Gemüsegarten. Es wurde nichts gekauft, denn Eier, Gemüse und Obst wurden selber produziert. Wenn die Erntezeit für das jeweilige Gemüse gekommen war, wurde eben wochenlang Spinat gegessen, dann Erbsen und danach Mohrrüben. Alles wurde eingemacht oder für den Winter aufbereitet. Eier und Äpfel hielten sich in Roggenkörnern lange frisch. Im Winter legten die Hühner schlecht und für Weihnachten wurden die Eier zum backen gebraucht. Mohrrüben wurden in einer Sandkiste eingegraben, Gurken in Steintöpfe eingelegt und der Holzdeckel wurde mit einem Stein beschwert. Das Wasser für das Vieh wurde vom Trebuser See herangeholt. Auf Wagen oder Karren wurden die Fässer mit Wässer gefüllt und nach Beerfelde gefahren. In  unserer Gegend trafen sich die Bewohner beim Spinnen und Stricken. Da wurden schöne Geschichten erzählt und Volkslieder gesungen. Märchen und Sagen wurden in der Schule vorgelesen.
1922 Im Kreis - Kalender des Kreises Lebus wurde in diesem Jahr die Bezirkshebamme Frau Auguste Langisch, geb. Hoeft aus Beerfelde erwähnt. Sie war für die Gemeinde Beerfelde und Gut, Gemeinde Trebus und Gut, Gemeinde Jänickendorf, Gölsdorf Gut und Molkenberg Gut zuständig. Für die Desinfektion war der Barbier Georg Korn, aus Fürstenwalde für Beerfelde Gemeinde und Gut verantwortlich. Als Sachverständigen zur Abschätzung der bei ansteckenden Menschenkrankheiten auf polizeiliche Anordnung vernichteten oder infolge von Desinfektion beschäftigten Gegenständen waren im Amtsbezirk Trebus der Schneidermeister Emil Ochs aus Beerfelde und der Kaufmann Friedrich Grundmann aus Jänickendorf eingesetzt.
1923  Erstmals im Herbst wurde der Hörfunkbetrieb in Deutschland aufgenommen. Der englische Rundfunksender BBC strahlte bereits am 14.November 1922 ein regelmäßiges Programm aus. Am 10.Mai verfasste der 21jährige Berliner Gustav Büchenschütz das "Märkerlied - Steige Hoch, Du roter Alder" (Hymne für das Land Brandenburg  nach der Wende 1989/90). Am 13.Mai hatte sich der Muttertag nun auch in Deutschland durchgesetzt. Alljährliches Datum: der 2. Sonntag im Mai. Die Regierung brachte immer mehr Banknoten in Umlauf, um die hohen Schuldenlasten - Kriegskosten und Reparations- forderungen - zu tilgen. Am 15.November wurde das Papiergeld der Inflation durch eine neue Währung beendet. Die Rentenmark wurde umgetauscht: Eine Billion Papiermark = eine Rentenmark
1925 Am 15.Mai mit der Gründung der Reichsfunkgesellschaft wurde der deutsche Rundfunk auf eine neue öffentlich - rechtliche Basis gestellt. Am 9.November gründete die NSDAP eine Spezialgruppe der SA, die "Schutzstaffel" (SS). Aus dem Kreis  - Kalender des Kreises Lebus erfuhren wir von der Berechnung für die Unfälle vom 1.März 1924 ab, wie die Renten nach einem Jahresverdienst in Goldmark vom Oberversicherungssamt festgesetzt wurden.
Für männliche Arbeiter von über 21 Jahren auf 550 Goldmark, von 16 - 21 Jahren auf 350 Goldmark, unter 16 Jahren auf 240 Goldmark. Für weibliche Arbeiter von über 21 Jahren auf 240 Goldmark, von 16 - 21 Jahren auf 200 Goldmark, unter 16 Jahren auf 150 Goldmark. Nach einer Fußnote zu diesem Artikel entsprach 1 Goldmark 10/45 Dollar nordamerikanischer Währung. Der Ortskommissar der Kreissterbekasse war für Beerfelde und Gut der Bauerngutsbesitzer Töpfer.
1926 Am 22.Juni - das Ergebnis des Volksentscheides zur entschädigungslosen Enteignung der Fürsten in Beerfelde.
ja nein stimmberechtigt ungültig
29 2 270 1
Diese geringe Wahlbeteiligung lässt darauf schließen, dass das politische Interesse der Bauern zu dieser Zeit in Beerfelde wenig entwickelt ist. Folglich ist auch anzunehmen, dass die Entwicklung der Arbeiterbewegung. wie sie sich in Fürstenwalde in jenen Jahren vollzog, im Dorf wenig bekannt wurde und kaum Widerhall fand. Der antifaschistische Widerstandskampf in Fürstenwalde wird mit äußerster Gewalt unterdrückt. Am 18.Mai trat die Reform des § 218 in Kraft. Sie sah Strafminderung bei Abtreibungen vor. Am 17.Juni trat eine einheitliche deutsche Straßenverordnung in Kraft.
1929 Im Dezember gab es in unserer Region viele Arbeitslose und so wurden in den Städten die ersten Stempelstellen eingerichtet. Ein äußerst strenger Winter legte das öffentliche Leben lahm. Die Dorfbewohner konnten nicht mit dem Rad zur Arbeit fahren. Sie gingen zu Fuß. Die Kohlen wurden knapp und so wurde alles verbrannt, was Hitze gab.
1931 Im "Historischen Ortslexikon" wurde Beerfelde mit 54 Wohnhäuser und 87 Haushalten erwähnt.
1932 In der Kreiskarte des Kreises Lebus 1:100000 von 1932 wurden die geologischen Höhenzahlen aus Beerfelde und Umgebung, wie folgt beschrieben:
Nördlich vom Dorfe: 65 und 73m,
Östlich                 : 76 und 79m,
Nordöstlich           : 77m,
Südöstlich            : 73 und 75m,
Südlich                 : 62m,
Westlich               : 64m,
Südwestlich          : 63m.
1933 Am 3.Februar wurde das gesamte Deutsche Reich mit der Notverordnung "Zum Schutz des deutschen Volkes" unter Ausnahmezustand gestellt. Es folgten nationalsozialistische Terrorakte, Verhaftungen zahlreicher Kommunisten, Sozialdemokraten und Antifaschisten. Entlassungen aus Behörden wurden angewiesen, Zeitungen und Versammlungen verboten. Am 20.März wurde auf Anordnung des kommissarischen Polizeipräsidenten von München, Heinrich Himmler, das erste Konzentrationslager des NS-Staates eingerichtet.
1934 Am 1.Januar, begleitet von Protesten der Kirche, trat das Sterilisierungsgesetz in Kraft. Am 28.März wurden die deutschen Rundfunkstationen in der Reichsrundfunkgesellschaft (RRFG) zusammengefasst. Stadtjugend wurde künftig zu einem "Landjahr" nach der Schule verpflichtet. Auch in Beerfelde waren Jugendliche aus anderen Orten und so schlossen sich Freundschaften, die bis ins Jahr 2001 reichten. Am 2.Mai wurde das "Haushaltsjahr" für Mädchen nach der Schule eingerichtet.
1935 In "Meyers Lexikon" (Ortslexikon) von diesem Jahr fanden wir über Beerfelde folgendes: Beerfelde, Brandenburg, Kreis Lebus, 394 Einwohner, Amtsgericht und Eisenbahnstationen (7,5km) Fürstenwalde.
   

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